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Kunstwerk von Hanns Holtwiesche, Evolution

Hanns Holtwiesche

Evolution

Die planerische Vorgabe, die der Düsseldorfer Bildhauer und Maler Hanns Holtwiesche (geb. 1930, gest. 2008) mit seiner Betonplastik Evolution zu erfüllen hatte, war die Ergänzung einer Stützmauer im Lichthof des NA-Gebäudes durch ein Kunstwerk. Der Künstler entschied sich für die Realisierung einer Großplastik, die formal und inhaltlich auf die räumliche Nähe zu den naturwissenschaftlichen Instituten eingeht. Seine gekurvte, stark in den Raum greifende und sich turmartig aufbauende Betonplastik verbindet Stützmauer, Grünbereich und das architektonische Umfeld. Spaltungen prägen das Erscheinungsbild, Holtwiesche arbeitet mit Einschnitten, die das Volumen betonen und es räumlich öffnen. Sich verändernder Lichteinfall verstärkt diesen Eindruck. Abstrakt modellierte Auslassungen erinnern an Pflanzen, aber auch an organoide Module des modernen Bauens. Die Oberflächenstruktur verweist auf den Herstellungsprozess. Holtwiesche hat die Betonformen beim Guss mit Holzpanelen verschalt. Sie haben Spuren und Abdrücke hinterlassen. Der Titel Evolution spielt auf auf die Evolutionstheorie und somit auf ein naturwissenschaftliches Modell an und ruft zugleich die Wortbedeutung (lat. „evolvere“ als „auswickeln“, „entwickeln“) auf, die der Künstler bildnerisch umgesetzt hat.

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