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Die Architektur der Ruhr-Universität

Wo angehende Ärzte neben Maschinenbauern zu Mittag essen und Theologen neben Gentechnikern forschen: Von Anfang an sollte die RUB interdisziplinäres Arbeiten, Lernen und Forschen ermöglichen. Zahlreiche Fakultäten und Einrichtungen finden auf einem gemeinsamen Campus ein Zuhause – damit eine grenzenarme Wissenslandschaft gedeiht.

Der Stil

Ganz bewusst sorgen die Gebäude für die Gleichwertigkeit aller Forschungsbereiche. In welchem Gebäude die Philosophen arbeiten, wo die Mediziner, wo die Maschinenbauer, die Chemiker oder die Historiker beherbergt sind, das lässt die Architektur bewusst unbeantwortet. Die Form folgt in der Architektur klar ihrer Funktion.

Da die Hochschule anfangs schnell ihren Bildungsbetrieb erweitern wollte, war Beton die erste Wahl unter den Baustoffen. In der Gründungszeit der Ruhr-Universität galt Beton als innovativer Werkstoff, der auch optisch ganz neue Möglichkeiten eröffnete. Der Stil der RUB lehnt sich nicht nur in den verwendeten Materialien, sondern auch in der Gestaltung an die Architektur des „Neuen Bauens“ und des Brutalismus an.

Aus Sicht der Gründerväter waren die standardisierte Bauweise und der Baustoff Beton die idealen Elemente, um ihren Ideen ein Gesicht zu geben. Es entstand ein Gebäudekomplex, der ohne Schmuck mit klaren Linien eine offene, gleichartige Einheit ergab. Die Gebäude sollten in ihrer Funktionalität in den Hintergrund treten, die Menschen dadurch sichtbarer machen und zur Entwicklung einer Gemeinschaft, der universitas, beitragen.

Der Mythos

Im Nachhinein entstand der Mythos, dass die RUB einen „Hafen im Meer des Wissens“ darstellen soll. Die Gebäude mit ihren wie die Schornsteine von Ozeandampfern anmutenden Aufzugschächten verstärken den Eindruck. Diese Deutung war jedoch keineswegs der Plan der Architekten, die vor allem die Zweckmäßigkeit der Gebäude vor Augen hatten. Die nautische Metapher verdankt die RUB dem Bochumer Theologe Erich Gräßer, der gegenüber dem Spiegel von „Ozeanriesen ohne Heck und Bug“ sprach. Seither ankert die RUB fest in der Wissens- und Kulturlandschaft der Stadt.

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